Vom Hörsaal auf die Baustelle – und direkt zur eigenen Firma

Shownotes

Vom dualen Studium zur eigenen Malerfirma: Lisa Borrmann aus Asperg erzählt, wie aus einer zufälligen Entscheidung ihre große Leidenschaft fürs Handwerk wurde. Im Gespräch berichtet die Malermeisterin von ihrem Weg über Ausbildung, Studium und Meistertitel bis hin zur Gründung der Borrmann GmbH.

Dabei spricht sie offen über Vorurteile gegenüber Frauen im Handwerk, warum Kompetenz wichtiger ist als Klischees und weshalb gerade junge Frauen sich nicht von Erwartungen anderer verunsichern lassen sollten.

Außerdem geht es um: • den Alltag im Malerhandwerk • kreative Arbeit und sichtbare Ergebnisse • Chancen und Karrierewege im Handwerk • Selbstständigkeit und Unternehmensgründung • die Bedeutung von Praktika und Schnuppertagen • warum Lisa künftig selbst ausbilden möchte

Transkript anzeigen

00:00:02: neuen Folge unseres Malerblatt Podcasts.

00:00:04: Heute geht es um einen Weg, der so nicht geplant war und deshalb vielleicht für unsere Hörer heute ausspannen ist.

00:00:09: Meine heutige Gesprächspartnerin ist Lisa Bohrmann.

00:00:12: sie ist Mahlermeisterin Unternehmerin und hat ihren eigenen Betrieb gegründet.

00:00:16: und das alles obwohl Sie eigentlich nur in Anführungszeichen ein duales Studio machen wollte.

00:00:21: wie auch Zufall echte Leidenschaft wird.

00:00:23: welche Herausforderungen im Handwerk oft unterschätzt werden was Azubis wissen sollten darüber sprechen wir mit Lisa.

00:00:29: Lisa schön dass du da bist.

00:00:30: Hallo!

00:00:32: Danke, dass ich da sein darf.

00:00:34: Lisa, nimm uns doch mal ganz kurz an mit zum Anfang von deiner Karriere.

00:00:40: Weiß noch wie dein allererster Tag als Malerin war und was ihr dadurch durch den Kopf gegangen ist?

00:00:45: Ja also mein allererester Tag als malerin

00:00:48: war

00:00:48: ziemlich vielseitig Also ich durfte gleich mit anpacken.

00:00:56: Klar, am Anfang darf man noch nicht so viel machen als Azubi aber mir wurden die einzelnen Schritte erklärt und an die Hand genommen.

00:01:05: Genau weil ich ja eigentlich wie schon gesagt das zu alle Studium nur machen wollte und eben parallel auch die Ausbildung dann absolviert habe.

00:01:16: vielleicht wurde ich deswegen auch ein bisschen anders an die hand genommen.

00:01:20: sagen wir mal so genau

00:01:24: Gab es in der Anfangszeit einen Moment, wo du gemerkt hast das ist mehr als ein Pflichtteil nur fürs Studium?

00:01:30: Also was war da so der prägende Moment?

00:01:33: Ja doch also dass man sieht was man am Ende geleistet hat.

00:01:37: Dass man den Tag nicht so an einem vorbeigestrichen ist sondern man hat wirklich etwas erschaffen und man sieht am ende eben erledigt hat und ein schönes Ergebnis, genau.

00:01:54: Das war so der Wendepunkt und da habe ich dann schon gemerkt Ich kann mit meinen eigenen Händen auch was erschaffen.

00:02:02: Warst du da irgendwie vorgeprägt?

00:02:03: Also gibt es in deiner Familie auch Mahler oder Freunde die das schon gemacht haben?

00:02:07: Oder wie kamst Du auf den Mahlerberuf an sich dann?

00:02:11: Nee eigentlich nicht gut meine Papa ist Schreiner.

00:02:14: Also der war schon immer handwerklich so, hat uns an die Hand genommen.

00:02:18: und gut meine Schwester ist dann auch eher Industriemechanikerin geworden also auch kein typischer Beruf für eine Frau.

00:02:28: ich denke mal durch unseren Vater dass wir da viel mitbekommen haben das man eben auch mit den Händen anpackt, auch als Frau.

00:02:38: Und hast du das als Kind schon irgendwie so gespürt?

00:02:41: Dass du da in die Richtung gehen willst?

00:02:44: also...

00:02:46: Ja weniger würde ich mal sagen.

00:02:48: Also wir haben immer alle Schulfächer mit Zahlen und BWL.

00:02:55: Das hat mich immer sehr interessiert und Mathematik Das ist technisch, sagen wir mal

00:03:05: so.

00:03:06: Vielleicht ist den Zahlen dann ein ganz gutes Stichwort?

00:03:09: Du hast ja BBL und Handwerk studiert und parallel eine Ausbildung gemacht.

00:03:15: Wenn du heute darauf zurückblickst was aus dem Studium hilft dir im Alltag und was lernst du erst auf der Baustelle?

00:03:23: Also vom Studium her also das kalkulieren auf jeden Fall für die Angebot Erstellung und Rechnungserstellung, da brauche ich natürlich das Wissen vom Studium ganz klar.

00:03:39: Und

00:03:40: im Alltag Probleme zu lösen die erst auf der Baustelle so richtig Stande kommen also so spontane Entscheidungen oder sich an die Umgebung anpassen was mache wenn es regnen sollte, spontane Planungsänderungen und so was.

00:04:06: Ja gut, lernen wir mit der Zeit genau.

00:04:12: Gab's denn eine Situation wo du dachtest, war voll gut dass ich das gelernt habe?

00:04:16: Also wo irgendwie zuerst dachte ich oh da komme ich nicht weiter und dann dachte ah aber das hab' ich noch gelernt.

00:04:20: kann das sie jetzt abrufen und braucht genau das Wissen jetzt.

00:04:25: Aus dem Studium direkt gut aus der Ausbildung Klar, wann verwende ich welche Farbe?

00:04:33: Welcher Untergrund?

00:04:35: Die Untergrundprüfmethoden.

00:04:37: Wenn man kritischer Untergrund ist, das lernt man ja alles in der Ausbildung natürlich.

00:04:43: Das hilft eben auf der Baustelle.

00:04:48: Ja

00:04:51: okay.

00:04:52: So eine Idee von mir, weil manchmal steht man so denkt Das ist es genau das, was ich brauche.

00:04:57: Also wo ich auch manchmal dachte, Mensch, das ist genau die Lösung.

00:05:02: Das weiß ich doch wie das geht und danach kann man das so auch übertragen auf dein Berufsbild jetzt?

00:05:10: Ja klar!

00:05:11: Man lernt ja alle Untergründe in der Ausbildung Holz, Metall, wie man die bearbeitet welche Materialien nicht für welchen Untergrund verwende.

00:05:21: Und natürlich braucht man alles des Hintergrunds wissen.

00:05:25: Du hast ja relativ schnell deinen eigenen Betrieb gegründet.

00:05:29: Wenn du da an die Anfangszeit zurückdenkst, gab es einen Moment wo du dachtest oh das war aber ein klassischer Anfängerfehler?

00:05:37: Ja mit der Zeit-Kalkulation wie lang brauche ich für was?

00:05:42: Das war am Anfang relativ schwierig weil man eben die folgenden Baustellen auch einplanen möchte und eben für jede Baustelle bestimmte Tageanzahl plant.

00:05:56: Und wenn da mal was dazwischen kommt, was außerplanmäßig passiert und man braucht nochmal einen Tag länger als geplant dann muss man die andere Baustelle wieder verschieben.

00:06:08: Das Planerische war am Anfang schon relativ schwer.

00:06:13: also ist mir schwer gefallen und eben so das Anlaufen der Aufträge erst einmal Aufträge generieren, Kunden anschreiben und auch außer Komfortzone rauskommen weil eigentlich bin ich so eher die Stille.

00:06:30: Und muss man eher lernen dann auch auf Leute zuzugehen und selber Initiative zu ergreifen auch mal auf sich aufmerksam zu machen dass man eben auch noch da ist zwischen den anderen vielen Malerbetrieben dass wir auch noch da sind.

00:06:49: und ja.

00:06:51: Wie geht es konkret an so Kundenarquise oder Werbung für dich machen?

00:06:56: Gibt's da irgendwie was Spezielles, das ist dein Betrieb auszeichnet oder?

00:07:01: Also am Anfang haben wir ganz klassische Briefe geschrieben und einfach uns vorgestellt, was wir so machen und wer wir sind überhaupt und wir hatten gar nicht gedacht, Zuspruch gewinnt.

00:07:16: Also diese einfachen Briefe, keine E-Mails sondern wirklich im Briefkastenbrief.

00:07:22: aber eben wir durften natürlich nur Firmen anschreiben, Privatpersonen dürfen wir da nicht anschreiben.

00:07:28: Aber so haben wir sehr viele Kunden generiert muss ich sagen.

00:07:32: und jetzt mittlerweile die beste Werbung ist einfach Mundpropaganda also von bestehenden Kunden die empfehlen uns dann weiter.

00:07:44: Ehrlichste Werbung.

00:07:46: Und gut, was uns auszeichnet ist dass wir eben ein kleiner Betrieb sind der kurzfristig reagieren kann.

00:07:54: also das können wir schon und man spricht einmal mit mir und man muss nicht dem Mitarbeiter auf der Baustelle dann nochmal sagen was er zu tun hat sondern es sind kurze Wege.

00:08:05: also wir sind Es gibt nicht zehn Mitarbeiter die dann eingewiesen werden müssen Sondern Wir haben wirklich kurze Wege und kurze Abstimmungsmöglichkeiten sind immer so.

00:08:20: Stichwort Mitarbeiter, du hast mir vorhin gesagt ihr seid zu dritt und ihr macht alle, seid alle gleichberechtigt im Betriebsinteresse?

00:08:27: Genau ja.

00:08:29: Ja also mein Partner und sein Freund... Entschuldigung!

00:08:35: Mein Partner und seinem Bruder

00:08:37: Ah ja, okay.

00:08:39: Also fast ein Familienbetrieb dann?

00:08:41: Ja

00:08:41: genau!

00:08:42: Deswegen können wir uns auch aufeinander verlassen und wissen was der andere kann – Stärken, Schwächen.

00:08:49: Wir kommen auf die Baustelle und müssen gar nicht lang reden.

00:08:53: Wir wissen eigentlich schon wer etwas zu tun hat.

00:08:57: Viele Kunden sprechen uns darauf an dass wir da so ein gutes Team sind weil jeder weiß wo er hinlangen muss.

00:09:06: Deswegen, das läuft einfach ohne Worte.

00:09:10: Was sind da so die Spezialitäten von dir?

00:09:12: Kannst du sagen was du besonders gern machst?

00:09:16: Also ich lieb die Detailarbeit also zu Fenster lackieren oder abkleben oder mal eine bunte Wand streichen oder Tabizieren gefällt mir ziemlich gut.

00:09:31: Man denkt zwar, die Tapeten haben eher so einen Rücklauf.

00:09:34: Aber sie gewinnen mehr und mehr an Zuspruch.

00:09:37: also auch diese Muster-Tapeten das kommt immer mehr und da kann ich mich dann

00:09:46: behaupten

00:09:48: genau

00:09:52: Es haben wir vorher kurz gesagt, dass du am Anfang das mit dem Zeitmanagement lernen musstest.

00:09:58: War es dann einfach nur ein Learning by Doing?

00:10:00: Dass das jetzt klappt oder hast du dann auf Greifsteller auf Tools zurück?

00:10:04: Oder ist war das einfach wirklich ein Erfahrungswert den man da mitgekommen hat?

00:10:11: Also dadurch, dass die Jungs eher so mehr praktisch auf Baustelle unterwegs waren vorher auch konnten die mir gut helfen.

00:10:21: Also die haben dann auch mir immer Vorgaben gegeben, wir brauchen so und solange um in der Wand zu spachteln und das habe ich dann eher mitgenommen und eben auf die der folgenden Baustellen übertragen.

00:10:33: also es war eher so ein Learning by doing sagen wir mal so weil gut man kann nicht von einer Baustelle auf die andere übertragen weil ja muss immer auch die Gegebenheiten beachten.

00:10:51: Wie viele Handwerker sind sonst noch auf Baustelle?

00:10:54: Muss ich andere Untergrundvorbereitungen machen.

00:10:58: Aber so grobe Zeitwerte gibt es dann schon, die man mitnimmt.

00:11:05: Jetzt wenn wir mal zu deinem Alltag kommen... Ich hoffe, dass viele jüngere Leute auch unseren Podcast hören.

00:11:12: Und Azubis haben ja so ein bestimmtes Bild vom Mahlerberuf im Kopf.

00:11:16: Wie sieht dein Alltag wirklich aus?

00:11:17: Was ist ein ganz normaler Arbeitsalltag bei dir?

00:11:21: Also da ich selbst noch auf der Baustelle praktisch mit arbeite fängt mein Tag um sieben Uhr an dem Sommer, sieben uhr dreißig manchmal je nachdem wie die Kunden uns reinlassen sagen wir mal so.

00:11:37: Manche Privatkunden wollen, dass wir erst später kommen.

00:11:39: Genau und dann ganz klassisch Vorbereitungen abdecken, abkleben mit den Kunden auch mal nächste Schritte besprechen was man so am Tag über alles vor hat zu machen damit die Kunden dann auch drauf eingestellt sind.

00:11:57: und natürlich Telefonate sind dabei.

00:12:00: also ich kriege sehr viele Anrufe eben Anfragen oder ja verschiedene Anrufe, die muss ich entgegennehmen und Termine ausmachen.

00:12:17: Manchmal muss sich dann auch Materialbestellungen machen also es gehört ja auch alles dazu und dann eben manchmal auch früher von der Baustelle.

00:12:27: eine neue Anfrage ist reingekommen und da muss ich mir die Baustellen angucken alles aufnehmen, aufmessen.

00:12:36: Also es gehört auch dazu dann alle Wände oder Bauteile die wir bearbeitet haben muss man ja auch alle aufmessen damit man die dann entsprechend abrechnen kann und Angebote erstellen.

00:12:50: also es geht auch dazu E-Mails beantworten.

00:12:56: genau so

00:12:59: was würde ich sagen?

00:13:00: wie viel macht Die Büroarbeit würde ich aus so in Prozent gesagt, so in einer Woche.

00:13:06: Oder machst du es dann am Wochenende?

00:13:07: Wie ist das klassische?

00:13:08: Was ist jetzt die Handwerker machen?

00:13:10: Ja also grad sieht's noch so aus dass ich wirklich am Wochenend der mache oder dann abends nach Feierabend, nach siebzehn Uhr.

00:13:17: dann aber jetzt merke schon, dass es ziemlich viel wird je nachdem wieviel Arbeit wir haben umso mehr Büroarbeit ist natürlich auch zu machen.

00:13:31: Wie viele Anfragen reinkommen?

00:13:33: Ich würde jetzt mal sagen, zehn Prozent von der eigentlichen Arbeit ist so die Büroarbeit.

00:13:40: So schätzungsweise ja.

00:13:44: Dann ist der Malerbehandwerk oftso dass der Unterschied im Detail liegt.

00:13:49: Woran erkennst du ob jemand richtig sauber arbeitet und wie entwickelt man den Blick dafür?

00:13:53: vor allem ich sage mal weil du jetzt sehr erst relativ kurz in Anführung sein in dem Bereich arbeitest Wie hat sich das bei dir entwickelt?

00:14:03: Also ich finde, dass alle wichtigste sind die Anschlüsse.

00:14:09: Die fallen sofort ins Auge also die Fensteranschlüsse, Sockelanschlüssen wenn sie sauber abgeklebt und ausgefugt sind.

00:14:17: Das unterscheidet wirklich guten Handwerker.

00:14:20: Es ist für mich immer das schönste die schönen Anschlüssel an die anderen Bauteile.

00:14:26: oder auch Wenn man eine Wand walzt, dass sie es ziemlich fein gewalzt ist.

00:14:31: Dass man da keine Orangenhaut zieht und also das ist alles sauber.

00:14:38: Und ich finde auch ne saubere Baustelle an sich.

00:14:42: Also wenn man die immer schön ordentlich und sauber hält, immer am Abend alles wieder zusammenräumt und alles an seinem Platz legt dann selber auch viel geordneter und kann die Arbeit dann auch viel strukturierter und schneller angehen, wenn man dann morgens kommt und alles ist an seinem Platz.

00:15:00: Und man muss nicht erst eine halbe Stunde suchen wo habe ich jetzt was hingelegt?

00:15:05: oder auch das eigentliche fähig ganz einfache Fägen von der Baustelle dass alles eben ordentlich ist an sein genau und es schätzen auch unsere Kunden

00:15:17: das glaube ich ja

00:15:18: dass wir dann die Baustelle sauber hinterlassen.

00:15:22: Auch am Ende.

00:15:23: oder so einfache Sachen wie jetzt bei einem älteren Ehepaar, das wir auch mal einen Schrank verschieben oder so einfach Sachen, die die Kundschaft nicht kann, dass wir da unter die Arme greifen und also mehr als nur der Maler sondern auch ein bisschen Dienstleistung.

00:15:44: Genau, dass wir auch auf Kleinigkeiten achten oder die Kunden auf Kleinigkeit noch hinweisen.

00:15:50: Also so ein bisschen auch beratend noch wirken?

00:15:54: Weil ich habe in der Vorbereitung auf das Gespräch mit dir hab' ich so einen kleinen Text von der Handwerkskammer Stuttgart über dich bekommen und da sagst du irgendwie, dass du dir besonders die Fahrberatung und an der Raumwirkungen dazu da ein Herz dafür hast.

00:16:08: Kannst du vielleicht eine konkrete Situation sagen?

00:16:11: Der Kunde ist unsicher Wenn ich die Farbe in seinem Wohnzimmer wirken würde, wie würde ich da jetzt vorgehen?

00:16:17: Den zu überzeugen oder den zu beraten.

00:16:20: Welche Farbe wozu passt und so sein Stil vielleicht auch?

00:16:24: Ja genau also wichtig ist auch die Mobilierung anzugucken.

00:16:29: Wie sieht der Raum überhaupt aus?

00:16:31: Wie ist er eingerichtet?

00:16:33: was wünscht sich der Kunde?

00:16:34: eher mehr Licht In seinem dunklen Wohnzimmert?

00:16:39: dann empfehle ich natürlich eine hellere Farbe und dann treffen wir gemeinsam eine grobe Farbauswahl von drei bis fünf Farben.

00:16:50: Und dann bringe ich eben an die entsprechende Wand auch Farbmuster an, also mit der richtigen Farbe schöne große Farbnuster.

00:17:03: Von unserem Lieferanten kriegen wir da immer so kleine Almerchen, die können wir bestellen in dem entsprechenden Farbton.

00:17:10: Und dann sieht der Kunde direkt an, der bestimmten Wand den Farbton und nicht nur auf so einer kleinen Farbtonkarte die man auch kennt.

00:17:19: Weil da wirkt der Farbtone ganz anders als auf einer größeren Wand.

00:17:23: ein bisschen größer gestrichen in dem richtigen Farbe also im Produkt weil auf der Farbtunkarte ist es meistens eine glänzende Oberfläche.

00:17:38: Also das macht auch noch mal viel.

00:17:39: oder wenn die Wand jetzt eher dunkel ist ohne Fenster, dann wirkt der Farbton auch nochmal anders.

00:17:47: Deswegen machen wir gerne die direkten Farbmuster an den Wänden, die wir dann entsprechend beschichten.

00:17:53: ja und es kommt auch ganz gut an bei den Kunden.

00:17:58: Gab's denn einmal ein Projekt wo deine Entscheidung oder deine Beratung zu einem komplett veränderten Raum geführt hat?

00:18:06: Ja... Aber manchmal lasse ich mich auch überraschen von den Ideen der Kunden.

00:18:13: tatsächlich, weil manchmal denke ich mir oh das ist aber eine verrückte Kombi.

00:18:19: Wir hatten mal einen großen Raum da war Esszimmerflur und Wohnzimmer zusammenhängend, aber haben in unterschiedlichen Farbtönen gestrichen.

00:18:29: also es war ein rosa rot, ein grün, Sonnengelb und die drei Farbtöne zusammen haben so gut harmoniert.

00:18:43: Also da war ich selbst auch überrascht.

00:18:47: Klingt ja schon wild eigentlich, ne?

00:18:48: Ja

00:18:49: doch aber das hat es so gut hamoniert mit der Einrichtung der Kunden.

00:18:53: also das war richtig schön.

00:18:58: Jetzt kommen wir mal noch weil das war auch in deinem Kurzporträt von Handwerkskammer zu was du Zunächst als Frau im Handwerk mit vielen Vorurteilen zu tun hatte ich.

00:19:10: Gab es da einen Moment, der dir besonders im Kopf blieben ist während deiner Ausbildung?

00:19:17: Ja also mir wurde wenig zugetraut am Anfang auch von den Mitarbeitern und meinen Kollegen.

00:19:27: Mir wurde viel abgenommen und wo ich dann nach der Jahre lasse mich doch mal was machen.

00:19:34: gut einmal schleppen, dann habe ich halt nur einen einmal getragen.

00:19:38: Aber ich hab trotzdem mitgetragen.

00:19:40: also da wurde ich sehr oft unterschätzt oder einfach in Arbeit.

00:19:49: Okay aber es war eher so auf deine körperliche Kraft bezogen nicht?

00:19:53: So auf dein technisches Können oder so dass ihr daran zweitstellt?

00:19:55: Nee das gar nicht!

00:19:59: Wie gehst du heute damit um mit solchen Sachen?

00:20:02: Vielleicht auch, wenn der Kunde denkt.

00:20:04: Du schaffst es nicht weil du vielleicht nicht die körperliche Kraft jetzt ausstrahlst oder was hat dir geholfen insgesamt dich dann da durchzusetzen gegenüber deinen Kollegen und sagt ich kann das, ich schaffte

00:20:18: es Einfach Eigeninitiative also trotzdem anpacken und zeigen einfach machen und dann sehen die Kollegen, dass ich es eben auch kann.

00:20:35: oder die Kunden einfach sagen nein danke für die Hilfe aber ich mach's selbst.

00:20:41: also ich schaff das.

00:20:43: Also auch gegen Steuern sagen wir mal so.

00:20:47: Aber

00:20:47: mich hat es ein bisschen gewundert als ich das so gelesen hatte, dass es jetzt immer noch so ist weil... Ich bin viel unterwegs auch außen und gerade auch bei diesen ganzen Ausscheidungswettbewerben, das Bundesleistungswetbewerb und so.

00:20:59: Das sind ja meistens die Frauen auf den vorderen Plätzen.

00:21:03: also dass es jetzt immer noch in der Branche trotzdem drin ist, dass man denkt oder dass die Leute immer noch denken oh da müssen wir dir helfen, ein zartes Persönchen.

00:21:12: Das wundert mich dann ehrlich gesagt schon immer weil ich sage nicht, dass Frauen immer stärker im Kommen sind.

00:21:18: im Handwerk

00:21:19: Ja, gut.

00:21:20: Manchmal ist es auch Höflichkeit vielleicht also gar nicht mal dass man Hilfe braucht sondern das eben aus Höflichkeit einem was abgenommen wird.

00:21:32: oder Gut Kunden Es kommt immer drauf an welche Welche Altersgruppe.

00:21:37: manche Kunden sind halt noch sagen wir mal so alte Schule und sehen Frauen eher weniger auf der Baustelle.

00:21:47: deswegen Kommt da schon mal ein Spruch oder ja?

00:21:53: Also gar nicht böse gemeins, sondern oft dann einfach so okay.

00:21:57: Dann wollen wir das Thema jetzt auch mal begraben in der Stelle.

00:22:01: Ist eigentlich mal eine Frage zur Realität in der Branche.

00:22:04: Was sind denn die größten Herausforderungen für junge Malerbetriebe?

00:22:11: Sich zwischen den ganzen anderen Firmen zu behaupten also die großen Firmen die mehrere Mitarbeiter haben, die vielleicht schon länger auf dem Markt sind.

00:22:22: Die auch bekannt sind, dass man da eben hervorsticht mit besonderen Arbeiten, die jetzt nicht so üblich sind wie zum Beispiel Sandstrahlen oder kreative Wandgestaltungen.

00:22:38: Da muss man ein bisschen aus der Menge herausstechen, das man wahrgenommen wird.

00:22:46: Also gut!

00:22:47: Mit Fachkräftemangel wirst du wahrscheinlich noch nichts zu tun haben, weil wir ja vorher gehört haben.

00:22:50: Du bist mehr oder weniger seit dem Familienbetrieb so ein bisschen.

00:22:55: Wie sieht es denn in Sachen Preisdruck aus und haben sich die Kunden vielleicht auch verändert im Vergleich zu früher?

00:23:02: Also Preisdrucks merken wir schon auch, weil eben sagen wir mal die größeren Firmen können die Preise anpassen.

00:23:10: also bei manchen Projekten können sie mit einem geringeren Preis reingehen als wir jetzt.

00:23:17: Wir können eben die Baustellen nicht verteilen oder wie soll ich sagen, die Ausgaben nicht.

00:23:24: so verteilen wir jetzt größere Firmen, die mehrere Bausteine auf einmal haben.

00:23:30: Deswegen sind wir da schon stark mit dem Preisdruck am Kämpfen weil wir eben nicht so günstige Preise anbieten können.

00:23:41: Deswegen können wir auch bei großen Ausschreibungen, die öffentlich sind gar nicht mitmachen.

00:23:46: also aber die Kunden schätzen an uns die Qualität und dass sie direkt eine Ansprechpartner haben.

00:23:55: deswegen zahlen Sie ja auch gern mal einen teureren Preis als jetzt bei anderen Firmen.

00:24:03: Wir können uns nicht durch den Preis behaupten, sondern eben durch andere Sachen wie Qualität oder Zuverlässigkeit.

00:24:13: Auch Qualität der Produkte.

00:24:14: Also wir verwenden nur Produkte von namhaften Firmen die auch bekannt sind und wo man weiß was man bekommt.

00:24:26: Da zahlt man natürlich einen höheren Preis

00:24:29: als ... Also keine Baumarktqualität.

00:24:33: Ja, das auf keinen Fall!

00:24:36: Jetzt nochmal zurück zur Ausbildung.

00:24:39: auch das habe ich aus dem Vorbereitungstextchen von der Handwerkskammer dass du gesagt hast du möchtest mal selber ausbilden.

00:24:46: und wenn du jetzt an deine eigene Ausbildung zurück denkst was würdest du dann anders machen bei deinem Azubi?

00:24:57: Das würde ich anders machen Ich würde ihn Stück für Stück mitnehmen.

00:25:06: wie soll ich sagen, die einzelnen Arbeitsschritte erklären vorzeigen und ihnen dann selber machen lassen.

00:25:13: Also ich finde Learning by Doing also man lernt erst wenn man wirklich selber was macht also nicht nur zuschauen lassen sondern wirklich auch was machen lassen Fehler passieren das ist also das kommt mit der Zeit Ja und man kann jeden Fehler ausbügeln.

00:25:34: Also, man darf keine Scheu haben irgendwie mal was zu probieren weil ja dadurch lernt man ja erst.

00:25:43: Das ist nochmal zurückschauen.

00:25:44: du hast wahrscheinlich auch andere Azubis dann kennen gelernt während deiner Ausbildung.

00:25:49: Was brauchen azubis deine Meinung nach wirklich um richtig gut zu werden?

00:25:52: Und was fehlt oft?

00:25:57: Die Geduld vielleicht fehlt.

00:25:59: oder man noch sagen zeichnet ein guter Azubi aus, vielleicht auch den nächsten Schritt einschätzen.

00:26:17: Was kann ich als nächstes machen?

00:26:19: Nicht auf die nächste Arbeit warten sondern vielleicht von vorherigen Tagen vielleicht schon mal wissen nach dem Abkleben kommt Das streichen.

00:26:31: ja, es ist logisch.

00:26:33: Aber so ein einfaches Beispiel dass ich weiß okay jetzt bereite vielleicht schon mal die Eimer vor das Werkzeug was brauche ich dafür?

00:26:41: So nicht auf den auf die nächste Aktion warten sondern vielleicht auch Eigeninitiative ergreifen und vorausschauend vielleicht schon Mal.

00:26:53: Okay dann wird man jetzt zum Abschluss kommen vom Gespräch, da würde ich das alles bitten.

00:27:00: Wenn wir jetzt fünf bis zehn Jahre in Zukunft schauen was denkst du wie sich's Mahlerhandwerk bis dahin verändern wird und worauf sie vielleicht auch Azubis dann schon einstellen müssen?

00:27:11: Gut Maschinentechnik ist jetzt schon da.

00:27:14: also wir arbeiten auch sehr viel mit Maschinen Spritzmaschinen und Arbeitserleichterung.

00:27:23: Was wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren?

00:27:27: Natürlich auch die Produkte werden sich verändern, immer mehr in Richtung natürliche Produkte.

00:27:37: Ungesundheit auch

00:27:39: so?

00:27:42: Genau.

00:27:43: Die Farben werden natürlich auch an ihrer Verarbeitbarkeit auch sich ver ändern mit weniger Konservierungsstoffe drin sein.

00:27:56: In der Zukunft vielleicht sich breiter aufstellen, vielleicht auch Boden legen mal mit anzubieten.

00:28:09: Ja

00:28:11: okay ja das ist ja schon jede Menge.

00:28:13: erst was ich da dann tut wenn du jetzt heute ein Azubi hättest wenn der es heute anfangen würde welche drei Dinge würdest dem direkt am ersten Tag mitgeben?

00:28:29: Ja schwierig so überfallen Das

00:28:37: würde ich hier mitgeben.

00:28:42: Bleibt dran, sei motiviert und es zahlt sich irgendwann aus.

00:28:51: also... Ich finde Handwerk hat goldenen Boden auch wenn's manchmal schwer ist Wenn man sich am Abend denkt oh das war heute so anstrengend aber immerhin.

00:29:00: Aber man hat was geschaffen mit seinen eigenen Händen.

00:29:05: Es lohnt sich irgendwann, also manchmal muss man eben Arbeit machen auf die man nicht so viel Lust hat aber dafür kommt irgendwann wieder eine schöne Arbeit.

00:29:18: Das ist die perfekte Überleitung.

00:29:20: jetzt zu meiner Abschlussfrage an dich Lisa.

00:29:22: das was begeistert Dich heute nach allem was Du erlebt hast immer noch am meisten an Deinem Beruf?

00:29:34: die Kundenreaktionen, also dann wenn man wirklich mit der Baustelle fertig ist.

00:29:39: Dass der Kunde sagt ach das ist so schön geworden.

00:29:42: ich fühle mich als hätte ich jetzt hier neues Haus und ich kann den Kunden glücklich machen und er zeigt mir auch seine Wertschätzung.

00:29:54: und es ist für mich das Wichtigste dass der Kunder am Ende zufrieden.

00:30:01: Direkte Feedback.

00:30:02: Das ist das wichtigste für mich, ja?

00:30:06: Dann sage ich herzlichen Dank Lisa Wohmann für dieses sympathische Interview!

00:30:11: Das war der Maloplat Podcast.

00:30:14: Wir hören uns beim nächsten mal.

00:30:15: Vielen Dank Tschüss

00:30:17: Danke.

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